Mein Vater arbeitete im Kraftwerk und der Betrieb richtete in jeden Sommerferien ein Ferienlager für die Kinder der Beschäftigten aus. Mein erstes Ferienlager führte mich in den Harz und das zweite in das Erzgebirge. Das war alles ganz schön, aber für uns Kinder etwas langweilig. Was sollte ein Kind an den Bergen schon reizen ?
Im nächsten Sommer sollte es an die Ostsee gehen. Ostsee … welch ein Zauberwort für uns Kinder. Man hatte schon so Einiges von älteren Mitschülern und Spielkameraden über jenes sagenumwobene und wohl wunderschöne Ferienparadies gehört, wo man den ganzen Tag baden und sich im weißen Sand wälzen konnte.
Dann war es so weit und eine Horde von 200 Kindern fuhr mit den Begleitern per Zug an die Ostsee. Das Ferienlager war in Breege-Juliusruh auf der Insel Rügen. Es war ein Zeltlager und befand sich direkt hinter den Dünen. Man konnte schon das Meer rauschen hören und die Luft schmeckte zart salzig. Erst einmal hieß es aber Schlafen gehen, denn wir waren am späten Abend angekommen. Den folgenden Tag konnten wir kaum erwarten. Nach dem Frühstück konnten wir dann die Dünen hinter uns lassen und standen vor dem Meer. Ich werde diesen Augenblick nie vergessen. Die Ostsee war noch viel schöner, als ich sie mir vorgestellt hatte. Blau in blau mit einem tatsächlich fast weißen Strand. Kleine weiße Schaumkrönchen zierten die wenigen, nicht allzu hohen, Wellen. Wenig später durften wir auch ins Wasser. Ja, es war kalt, aber man gewöhnte sich schnell daran. Schon am nächsten Tag empfanden wir die Wassertemperatur als recht akzeptabel und mit jedem weiteren Tag als noch angenehmer.
Im Ferienlager wurden außer Baden noch allerlei andere Freizeitbeschäftigungen angeboten. Es gab einige Tischtennisplatten, die allerdings immer heiß umlagert waren. Manchmal streiften wir durch den Küstenwald, der hauptsächlich aus Kiefern bestand und erschreckten die Mädchen. Das Baden war und blieb aber unser liebstes Freizeitvergnügen.
Einmal wanderten zum kleinen Fischerhafen von Breege, der am Breetzer Bodden lag. Hier sah das Wasser ganz anders aus als am Meer, wie ein großer Binnensee. Im Hafen lagen kleinere Fischkutter vertäut und es wurde frisch geräucherter Fisch verkauft. Frisch geräucherter Fisch ist noch einmal eine Klasse besser als Räucherfisch aus dem Laden. Die Makrelen und der Heilbutt waren oberlecker. Auf der kleinen Hafenmole durften wir dann auch angeln. Wir fingen kleine, kaum handlange, Barsche und hatten einen Riesenspaß.
Das war meine erste Bekanntschaft mit der Ostsee, die ich nie vergessen habe. Weitere Reisen an die Ostseeküste sollten im Laufe meines Lebens noch folgen.
Tipp für all jene, die dem Ferienlager-Zeitalter definitiv entwachsen sind und etwas mehr Komfort wünschen: Miete Sie eine gemütliche Ferienwohnung im Ostseebad Sellin auf Rügen. Mehr Infos hierzu finden Sie unter Fewo Sellin.