Historischer Überblick

Die Insel mit einer Vielzahl an eiszeitlichen Findlingen (sehenswert: „Der große Stein von Nardevitz“) blickt auf eine lange und abwechslungsreiche Geschichte zurück. Mit Hilfe von Bodenfunden hat man herausgefunden, dass sich die ersten Siedler bereits in der Steinzeit auf der Insel niederließen.
Bedeutsame Veränderungen kamen schließlich mit der Landnahme der Ranen (slaw.: „Die Roten“) im 7. Jahrhundert. Dieses westslawische Volk verfügte über ein besonders starkes Militär. Das benachbarte Dänemark konnte sich der kriegerischen Flotte nicht zur Wehr setzten und musste zahlreiche Heerzüge und Plündereien entlang der dänischen Küste in Kauf nehmen. Alle eroberten Gebiete wurden mit Burgen und Tempeln, in denen die Ranen ihre mehrköpfigen Götter verehrten, versehen. Vor allem die Tempelburg (weitere Benennungen: Charenza,Jaromarsburg oder Svantovit-Tempel) am weltbekannten Kap Arkona in der Nähe von Graz erlangte große Bedeutung. Sie wurde im 7./8. Jahrhundert errichtet und war von drei Seiten durch die Steilküste und von der Landseite durch den Burgwall geschützt. Außerdem wurde der Wall der Sage nach von den Schwarzen Zwergen bewohnt. Die Winzlinge waren im Gegensatz zu den weißen und grünen Zwergen streitsüchtig und bösartig, was neben der besonderen Lage dazu beitrug, dass die Anlage lange Zeit als uneinnehmbar galt. Der dänische König Waldemar I. setzte diesem Irrglauben jedoch ein Ende. Die Tempelanlage wurde 1168 zerstört und wurde somit zum Sinnbild für das Ende des ranischen Reiches.
Durch die dänische Herrschaft wurde das Volk der Ranen christianisiert. Mit vielen Kirchen und Klöstern (z.B. Kloster Bergen oder Eldena) änderte sich im 12. Jahrhundert das Bild der Insel und die ursprünglich slawische Kultur verschwand.
Ein Sturmhochwasser besonderen Ausmaßes, die „Allerheiligenflut 1304“ überspülte zu Beginn des 14. Jahrhunderts die gesamte Insel und verwüstete weite Landstriche. Nach dieser Naturkatastrophe war es vor allem der letzte slawische Fürst Witzlaw III. († 1325), auch bekannt als Minnesänger Wizlaw, der den Wiederaufbau vorantrieb.
Ab dem 15. Jahrhundert wurde Rügen zum Spielball der benachbarten Länder. So wurde es 1478 mit Pommern vereinigt, gelangte 1648 (Westfälischer Frieden) an Schweden und wurde nach kurzen preußischen Intermezzi an Dänemark (1678) weitergereicht. Ein Jahr später übernahm 1679 wiederum Schweden die Vormachtstellung. Zur Zeit Napoleons wurde Rügen von 1807-1813 von den Franzosen besetzt. Im Frieden von Kiel ging die Insel zunächst von Schweden an Dänemark und wurde letztendlich 1815 im Wiener Kongress an die Preußen überschrieben. Was alle herrschenden Nationen jedoch miteinander gemein hatten, war das große Interesse am “Weißen Gold von Rügen”. Bereits seit frühren Zeiten wusste man um die heilende Wirkung der Kreide, wenn auch die Verwendung in den Ländern durchaus varrierte.

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